PM: Warum schlachtet man das beste Pferd

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06.03.2020 Der Voith Konzern hält an seinem Schließungsbeschluss fest-trotz bester wirtschaftlicher Daten.

Die Aufrechterhaltung des Schließungsbeschlusses sorgt für völliges Unverständnis.
"Weshalb das Werk mit dem besten Ergebnis innerhalb des Konzerns geschlossen werden soll, erschließt sich uns einfach nicht. Einen solchen menschlichen aber auch betriebswirtschaftlichen Wahnsinn habe ich in 30 Jahren Gewerkschaftsarbeit noch nicht erlebt." So bringt ernüchtert Carlos Gil, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Allgäu die Situation auf den Punkt. "Vor allem weiß die Geschäftsführung, dass mit der Schließung des Werkes in Sonthofen, die gesamte Produktsparte gefährdet ist", erläutert Gil weiter. "Ich verstehe nicht, weshalb das Werk mit den besten Zahlen geschlossen werden soll.
Dabei liegt ein Alternativkonzept vor, dass das geforderte Einsparvolumen bringt und die Kosten für die Schließung der Werke, insbesondere Sonthofen, vermeiden würde. Mit diesem Alternativkonzept könnte der Standort Sonthofen weitergeführt werden.
"Die Mitarbeiter sind geschockt aber bereit zu kämpfen!", sagt Birgit Dolde, die Betriebsratsvorsitzende in Sonthofen. Die Belegschaft hatte bis zuletzt zur Firma gehalten. Noch in der letzten Betriebsversammlung Ende Februar konnte die Standortleitung den Beschäftigten mitteilen, dass alle gesetzten Monats- und Quartalsziele auf grün stehen. Die Krankheitsquote war auf dem niedrigsten Niveau aller deutschen Voith Turbo Werke. Ein deutliches Signal, dass die Mannschaft die Hoffnung nicht aufgegeben hat und zu ihrem Produkt steht.
"Was jetzt passiert, hat nicht mehr die Belegschaft und auch nicht die IG Metall zu verantworten", betont Carlos Gil. "Es ist das Ergebnis einer verantwortungslosen Firmenpolitik der Voith Manager aus Heidenheim".
Die IG Metall wird nun in die Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber gehen.

Letzte Änderung: 09.03.2020