Gusswerk Waltenhofen

IG Metall und Betriebsrat fordern Firmengeld zurück

22.03.2012 IG Metall und Betriebsrat fordern Firmengeld zurück

Das Gusswerk Waltenhofen im Oberallgäu meldete Ende 2011 Insolvenz an, nachdem es 2010 aus Familienbesitz in eine GmbH überführt worden war. Die Führung durch deren Alleineigentümerin und ihr Vater weckte einige Bedenken, weshalb der Betriebsrat und die IG Metall Kempten sie nicht aus der Verantwortung lassen wollen.

Nach den ersten "Schrecksekunden" wegen der Insolvenz, nach einem überraschenden Verkauf und dem anschließenden bis dato anhaltenden Auslandsaufenthalt der Eigentümerin Ruja Ignatova war ziemlich schnell klar: Die Belegschaft mit rund 100 Mitarbeitern wird um den Erhalt des Gußwerks kämpfen. Mit gemeinsamen Anstrengungen, Schweiß, Herzblut und Engagement konnte das Gußwerk bis heute stabilisiert und gehalten werden, erklärt Carlos Gil, 2. Bevollmächtigter der IG Metall in Kempten: "Die ersten Interessenten sind da und wir haben wirklich begründete Hoffnung, dass es mit dem Gußwerk weitergehen wird." Altgesellschafter in der Verantwortung Obwohl es vorrangig um den Erhalt und die Zukunft des Betriebs in Waltenhofen geht, ist aus seiner Sicht und der des Betriebsrats aber auch klar: so einfach können sich die Altgesellschafter nicht davon schleichen. "Nicht der Markt, nicht die Mannschaft, auch nicht fehlende Aufträge, sondern allein die Gier und Ignoranz der Altgesellschafter haben das Gusswerk in die Insolvenz getrieben." Die Zweifel an deren Geschäftsgebaren haben mittlerweile juristische Folgen, berichtet Gil: "Es tut gut zu sehen, dass unsere Informationen an die Staatsanwaltschaft wohl ausreichend waren, um Ermittlungen wegen Betruges gegen Frau Dr. Ignatova und ihren Vater aufzunehmen." Kein Nachsehen für dubiose Machenschaften Dabei wollen die Betroffenen es aber nicht bewenden lassen: "Wir wollten bei den Altgesellschaftern einmal anklopfen um sie aufzufordern, das entnommene Geld an die Firma zurückzuerstatten", erklärt Gil die Aktion, bei der den Altgesellschaftern öffentlichkeitswirksam symbolisch eine Zahlungsaufforderung über eine Milllion Euro überreicht wurde. Damit bekräftigt die Kemptener IG Metall nochmals, dass sich betrügerische Unternehmer weder durch Firmenverkauf bei Nacht und Nebel, noch durch Flucht ins Ausland vor ihrer Verantwortung drücken können.

Letzte Änderung: 14.11.2012