Warnstreiks im Allgäu gehen weiter

Warnstreiks im Allgäu gehen weiter

13.05.2012 Bis Freitag, 11. Mai insgesamt 4500 Beschäftigte im Allgäu im Warnstreik

Am Tag der vierten Verhandlungsrunde in Bayern war für die IG Metall Kempten Lindau der Schwerpunkt der Warnstreiks. Am Vormittag traten rund 100 Beschäftigte der Cofely Refrigeration GmbH in den Ausstand. Bei bestem Wetter schickte man eine laute Botschaft Richtung Arbeitgeberverband, sich endlich zu bewegen und ein verhandelbares Angebot auf den Tisch zu legen. Mittags folgte die Belegschaft der Liebherr Elektronik GmbH (LEG) in Lindau. Rund 100 Beschäftigte legten hier beim ersten Warnstreik der Firmengeschichte die Arbeit nieder. Jasmin Steinert von der IG Metall Kempten zeigte sich zufrieden: "Ein toller erster Warnstreik bei LEG." "Über 100.000 Beschäftigte alleine in Bayern waren bisher im Warnstreik. Das sollte Signal genug sein an die Arbeitgeberseite, endlich ein vernünftiges Angebot auf den Tisch zu legen. Denn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben es verdient", Steinert weiter.

Freitag 11. Mai 2012- Warnstreiks bei Liebherr Kempten und Deckel Maho in Pfronten

Bei der Liebherr Verzahntechnik in Kempten folgten über 300 Beschäftigte dem Warnstreikaufruf der IG Metall. Bei einer Kundgebung vor dem Verwaltungsgebäude machten die Beschäftigten lautstark mit Tröten und Trillerpfeifen ihren Ärger über die Blockadehaltung des VBM ( Verband der bayerischen Metall- und Elektroindustrie) Luft. "Legt endlich ein vernünftiges Angebot auf den Tisch", forderte Jasmin Steinert, Fachsekretärin der IG Metall Kempten, "mehr Entgelt, mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit und die unbefristete Übernahme der Auszubildenden- das haben wir verdient."

Auch nach der 4. Verhandlungsrunde ist keine Einigung in Sicht. Die Verhandlungskommission der IG Metall konkretisierte Lösungsansätze zu den inhaltlichen Forderungen, der VBM lehnte Gespräch darüber allerdings ab. Dietmar Jansen, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Kempten und Mitglied der Verhandlungskommission:" Wir sind einen großen Schritt auf die Arbeitgeberseite zugegangen, der VBM hat sich aber keinen Millimeter bewegt und ist auch nicht bereit nach eigenständigen Lösungen zu suchen, sondern will die Entwicklung in Baden- Württemberg abwarten."

Über 600 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer legten bei Deckel Maho in Pfronten die Arbeit nieder und trafen sich zu einer Kundgebung vor dem Werkstor. "Wir wollten den Abschluss am Verhandlungstisch", so Carlos Gil, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Kempten zu den Streikenden von Deckel Maho." Die Arbeitgeber zündeln mit ihrer Blockadehaltung", Gil weiter,"eines ist klar: Wer Feuer an die Lunte legt, muß sich anschließend nicht wundern wenn das Pulverfass explodiert."

Über 4500 Beschäftigte im Allgäu bisher im Warnstreik

Über 4500 Beschäftigte im Allgäu bisher im Warnstreik

Seit Beginn der Warnstreikwelle beteiligten sich im Allgäu von 6000 Aufgerufenen in 10 Betrieben über 4500 Beschäftigte an den Warnstreiks der IG Metall. Am Dienstag, 08. Mai 2012, vertraten über 400 Auszubildende beim Azubiwarnstreik in Kempten ihre Forderung nach der unbefristeten Übernahme laut und stark mit einem Demozug durch Kempten. In dieser Woche ( KW 18 ) waren die Beschäftigten der Lindauer Betriebe- Cofely Refrigeration GmbH und Liebherr Elektronik GmbH zum Warnstreik aufgerufen sowie die Beschäftigten der Liebherr Verzahntechnik in Kempten und der Deckel Maho Pfronten GmbH. Die Beschäftigten der Goldhofer AG in Memmingen waren über alle Schichten aufgefordert, im Rahmen einer Frühschlussaktion jeweils eine Stunde früher in Wochenende zu gehen. Teilweise unprofessionelles Verhalten der Betriebe So versucht der Geschäftsführer der PMG Füssen GmbH die Beschäftigten mit einer Prämie von 750,-EUR davon abzuhalten, sich an Arbeitskampfmaßnahmen im Jahr 2012 zu beteiligen. Die Firma Liebherr in Lindau hatte am Tag des Streiks zwei Personen beauftragt, die Streikenden namentlich auf einer Liste zu notieren. Dieses Vorgehen wurde von Seiten des Betriebes gerechtfertigt, dass sie namentlich die Streikteilnehmer beim Arbeitgeberverband VBM melden müssen oder werden. "Hier fragen wir uns schon was will der VBM mit den Namen der Streikteilnehmer möchte", so Dietmar Jansen. Bei der Firma Goldhofer in Memmingen sollten sich die Auszubildenden nicht an der Frühschlussaktion beteiligen dürfen. "Diese Beispiele zeigen, dass hier gegen ein Grundrecht der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verstoßen wird", Jansen weiter, "die Beschäftigten sollen eingeschüchtert werden, um sich dann nicht an den Warnstreiks zu beteiligen."

Letzte Änderung: 14.11.2012